Test und Erfahrungsbericht: Canon new FD 24mm 1:2.8

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Als Altglasnutzer kann man ab 35mm zwischen einer große Anzahl von Objektiven whlen die an der Sony Alpha 7 eine gute Figur machen. Unterhalb von 35mm ist die Auswahl aber deutlich eingeschränkt, viele Objektive liefern eine nicht überzeugende Leistung ab.

Mit dem Canon nFD 2.8/24 bin ich hingegen zufrieden, es macht an der a7 im großen und Ganzen eine gute Figur.

Beispielbilder

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Sony a7 | Canon nFD 2.8/24 | f/11 | volle Auslösung
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Sony a7 | Canon nFD 2.8/24 | f/8
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Sony a7 | Canon nFD 2.8/24 | f/11 | volle Auslösung

Spezifikationen

    • Durchmesser: 62mm
    • Länge:  45mm
    • Filterdurchmesser: 52mm
    • Gewicht: 240g
    • Anzahl Blendenlamellen: 6 (leicht gerundet)
    • Elemente/Gruppen: 10/9
    • Bajonett: Canon FD

Das Canon nFD 2.8/24 kostet bei ebay.de (Affiliate Link) in etwa 60€.

Versionen

Canon hat drei verschiedene 2.8/24 Objektive mit FD-Bajonett heraus gebracht.

  1. 1971 wurde das Canon FD 24mm 1:2.8 mit Chromnase heraus gebracht. Es ist 410g schwer und hat eine S.C. Vergütung.
  2. 1973 folgte dann das  Canon FD 24mm 1:2.8 S.S.C. der Name verrät schon, dass es die effektivere Vergütung hat und es ist auch 80g leichter.
  3. 1979 wurde dann das Canon (new) FD 24mm 1:2.8 heraus gebracht. Im Unterschied zu den Vorgängern hat es 1 Linse mehr und wurde auf 240g abgespeckt, das geht allerdings auch auf Kosten der Verarbeitung. In diesem Review geht bespreche ich diese jüngste Version.

Vom FD S.S.C. und dem new FD weiß ich, dass sie ein floating elements design haben, also auf Nah- und Fernbereich optimiert sind. Wie es um die Chromnase steht weiß ich nicht.

Canon hat außerdem ein teures und großes FD 1.4/24 L und ein nur wenig größeres aber merklich teureres nFD 2/24 gebaut.

Kompatibilität

Wie alle Canon FD Objektive lässt es sich an einer Vielzahl von analogen Kameras wie der Canon A1 oder AE-1 nutzen.

Die Nutzung an modernen DSLRs gestaltet sich aufgrund des relativ geringen Auflagemaß des FD-Bajonetts schwierig und ist in der Regel nicht sinnvoll.

An spiegellosen Kameras hat man kein Problem mit dem Auflagemaß, ob nun Fuji, Olympus, Panasonic oder Sony: Es gibt für wenig Geld Adpter. Einen schönen Erfahrungsbericht zum nFD 2.8/24 an einer Fuji X-T1 gibt es auf Retrocamera.de.

Am meisten Sinn macht das Objektiv meiner Meinung nach an der Sony a7 Reihe. Nach meiner Erfahrung zeigen die meisten manuellen Objektive hier die beste Leistung. Für die a7 Reihe passende Adapter gibt es bei Amazon.de (Affiliate Link)

Verarbeitungsqualität

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Nach heutigen Standards ist das Canon FD 24mm 1:2.8 sehr gut  verarbeitet. Verglichen mit anderen manuellen Objektiven fallen die Materialanmutung, der Fokursing und der Blendenring etwas ab.

Das Objektiv besteht vor allem aus Metall, Blendenring und Frontring sind aus Kunststoff gefertigt. Alle Markierungen sind eingeprägt..

Größe, Gewicht und HandlingCanon_nFD_24mmf2p8-7

Das Canon nFD 2.8/24 ist ein relativ kleines Objektiv und an der a7 sehr gut ausbalanciert.

Der Fokusring bewegt sich von 0.3m bis 1m um 90 Grad, bis unendlich sind es dann nochmal 20 Grad. Der Fokusring dreht sich für meinen Geschmack etwas zu leicht und ich konnte beobachten, dass das Bild manchmal etwas springt.

Der Blendenring hingegen hat eines etwas zu großen Widerstand und die Blenden rastet nicht deutlich genug. Die Blende lässt sich in Halbstufen von f/2.8 bis f/22 verstellen.

Insgesamt ist die Bedienung okay, andere Objektive sind aber etwas angenehmer zu bedienen.

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Gegenlichtblende

Ich besitze keine originale Gegenlichtblende für das Canon, man findet sie unter der Bezeichnung BW-52C.

Naheinstellgrenze

30cm sind für ein 24er ganz schön viel, besonders nah kommt man seinen Motiven nicht.

Bildqualität

Vignettierung

Bei f/2.8 sehr deutlich, bei f/4 deutlich geringer und ab f/5.6 zu vernachlässigen.

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Gegenlichtverhalten

Für ein Objektiv dieses Alters ist das Gegenlichtverhalten ziemlich gut. Es ist ein leichter Kontrastverlust fest zu stellen. Auch Geisterbilder sind zu beobachten, diese sind aber nicht besonders hell und räulich begrenz

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Sony a7 | Canon nFD 2.8/24 | f/11
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Sony a7 | Canon nFD 2.8/24 | f/11 | volle Auslösung

Verzeichnung

Besonders stark verzeichnet das Canon new FD 24mm 1:2.8 nicht, die Verzeichnung ist aber komplex und nicht ohne weiteres zu korrigieren.

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Sony a7 | Canon nFD 2.8/24 | f/8 |volle Auslösung

Chromatische Aberitationen

Laterale CA sind relativ stark und man sollte sie korrigieren.

Bokeh

Die meisten Weitwinkel haben kein gutes Bokeh und das nFD 2.8/24 bildet keine Ausnahme.

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Sony a7 | Canon nFD 2.8/24 | f/4 |volle Auslösung
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Sony a7 | Canon nFD 2.8/24 | f/2.8 | volle Auslösung

Sonnensterne

Sonnensterne fransen deutlich aus und haben nur 6 Zacken.

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Sony a7 | Canon nFD 2.8/24 | f/11 | volle Auslösung

Schärfe

Canon_nFD_24mmf2p8

Das Canon ist bereits bei Offenblende im Zentrum sehr scharf, gewinnt beim Abblenden auf f/4 nur noch leicht.

 

Auf halbem Radius ist es auch bei f/2.8 schon gut, gewinnt aber ebenfalls beim Abblenden auf f/4.

Die Ecken zeigen bereits bei f/2.8 eine ordentliche Auflösung, der Kontrast ist aber mies und für sehr gute Ergebnisse empfiehlt es sich auf f/8 abzublenden. Die besten Ergebnisse gibt es bei f/11.

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Sehr gute Schärfe über das Gesamte Bild bei f/8.

Zusammenfassung und Fazit

Stärken

  • gute Schärfe im Zentrum bei f/2.8
  • Scharf bis in die Ecken bei f/8
  • Größe und Gewicht
  • preis
durchschnittlich

 

  • Gegenlichtverhalten
  • CA
  • Verzeichnung
  • Verarbeitungsqualität
Schwächen

  • Bokeh
  • Eckschärfe bei offener Blende

Das Canon new FD 2.8/24 ist ein typischer Vertreter von Canons nFD Linie. Die Bildqualität sticht unter den 24mm Objektiven der Konkurrenz hervor. Gleichzeitig ist die Verarbeitungsqualität aber leider unterdurchschnittlich.

Ich denke das nFD 2.8/24 ist eine gute Lösung für all jene die für wenig Geld ein gutes Landschaftsobjektiv suchen. Für Architekturfotografie ist die Verzeichnung ein Nachteil und auch jene denen die Haptik sehr wichtig ist sind mit anderen objektiven ebsser bedient.

Das Canon nFD 2.8/24 kostet bei ebay.de (Affiliate Link) in etwa 60€.
Falls dieser Test für dich hilfreich war würde ich mich freuen wenn du meinen Affiliate Link benutzen würdest. Dadurch entstehen für dich keine Mehrkosten und ich bekomme eine kleine provision. Danke :-).

Canon FD new 2.8/24 an der Sony a7: Beispielbilder

Alle Bilder sind in LR bearbeitete Raws. Noch mehr finden sich in meinem Canon nFD 2.8/24 flickr album.

cropcoma
Sony a7 | Canon nFD 2.8/24 | f/2.8 | volle Auslösung | deutliches Koma in den Ecken
DSC09799
Sony a7 | Canon nFD 2.8/24 | f/8 | volle Auslösung
DSC09684
Sony a7 | Canon nFD 2.8/24 | f/11 | volle Auslösung
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Sony a7 | Canon nFD 2.8/24 | f/2.8 | volle Auslösung | man achte auf die schwachen Ecken

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4 Gedanken zu „Test und Erfahrungsbericht: Canon new FD 24mm 1:2.8“

  1. Sehr schöner Test, Phillip!
    Ich habe dieses Objektiv ebenfalls und verwende es häufiger als das OM 2.8/24 und das Nikkor-NC 2.8/24, die aber auch nicht schlecht sind. Dabei ist das OM das kleinste und leichteste; das nFD und das Nikkor sind etwa gleich groß und gleich schwer (schwerer und größer als das OM).
    Das nFD ist für mich ein gutes Landschaftsobjektiv, da Verzeichnung und Vignetierung dabei nicht besonders stören. Die Verarbeitungsqualität ist bei meinem Objektiv anscheinend besser.
    LG
    Hans-Joachim.

  2. Sicher, dass das 24er SSC ein floating design ist? Ich habe dieses und es bildet zum rand hin extrem schlecht ab. Ich hatte es auch schon komplett auseinander, um irgendwelche defekten gleitlager auszuschließen. Diese gibt es bei diesem Objektiv jedoch nicht. Ich dachte, nur das 2.0er ist floating?

      1. Ok, findet die Aussage von mehreren Quellen. Scheinbar war das damals noch anders gelöst, ohne diese Gleitlager. Vermutlich wurde das nFD dann doch etwas überarbeitet (ist ja auch erwähnt worden, dass es ein Element mehr hat), denn mein FD kommt nicht annähernd an diese Ergibnisse ran, wenn man nicht auf mindestens blende 8 abblendet.

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